Politikwetten: US-Behörden untersuchen Insiderhandel auf Polymarket und Kalshi

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Das Problem habe mittlerweile „schwerwiegende Konsequenzen für die Marktintegrität und das Vertrauen“. Die betroffenen Tech-Unternehmen führen laut dem WSJ-Bericht bereits seit Längerem eigene Untersuchungen durch.

Keine Lust auf Sportwetten? Politik Wetten sind auch sehr spannend!

Der deutsche Staat dürfte hingegen kaum von den politischen Wetten profitieren. Weil die Tipps auf Wahlen nämlich nicht als Sportwetten gelten, fällt darauf auch keine Sportwettensteuer von fünf Prozent an, erklärt das Bundesfinanzministerium. Die Anbieter müssen lediglich Umsatzsteuer in ihren Heimatländern zahlen – und das sind meist Malta oder Zypern. Von einer freudigen Vorstellung muss sich der künftige Kanzler also verabschieden: den ein oder anderen Euro zu verteilen, den er vorher durch Wetten auf sich selbst eingenommen hat. Nach Berichten über Insiderhandel untersuchen Regulierer Wetten auf Regierungsbeschlüsse und Militäreinsätze. Die Plattform Kalshi habe in der Vergangenheit über 200 Fälle untersucht. Aktuell prüfe das Unternehmen, ob Ehepartner von Militärangehörigen mit Geheimwissen gewettet haben.

Land Regulierungsmodell Lizenzierungsbehörde Steuersatz auf Umsatz
Deutschland Staatsvertrag zum Glücksspielwesen (GlüStV) Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) 5,3%
Österreich Spielbankgesetz (Konzessionssystem) Bundesministerium für Finanzen 40% auf Spieleinsatz (Casino) / 2% auf Wetteinsatz
Großbritannien Gambling Act 2005 UK Gambling Commission (UKGC) 15% auf Bruttospielertrag
Schweden Re-monopolisierung (2019) Spelinspektionen 18% auf Bruttospielertrag

Kürzlich habe Kalshi zudem drei Kongresskandidaten gesperrt, weil diese unzulässigerweise auf ihre eigenen Wahlergebnisse gesetzt haben sollen. Der Anbieter Polymarket meldete laut seinem Chefjuristen Neal Kumar fast 100 verdächtige Krypto-Wallets an die Behörden. Der Dienst kommt zwar ohne Identitätsprüfung aus, öffentliche Blockchain-Daten erleichtern den Ermittlern jedoch die Nachverfolgung auffälliger Gewinne.

  • Regulierung von Live-Wetten während des Spielgeschehens
  • Mitbestimmung der Bundesländer im Glücksspielrat
  • Verhältnis von Sportförderung und Wett-Sponsoring
  • Datenaustausch zwischen legalen Anbietern zur Suchtprävention
  • Internationaler Druck zur Öffnung des deutschen Marktes

Neben Wetten auf Wahlausgänge untersuchen die Behörden laut WSJ auch konkrete Marktbewegungen bei Rohstoffen.

Regelungsbereich Vorgabe im GlüStV Umsetzungsstand / Herausforderungen Verantwortliche Behörde
Zentrale Sperrdatei (OSP) Verpflichtende Selbstsperre auf allen lizenzierten Seiten Seit 2023 in Betrieb, technische Anbindung aller Anbieter läuft Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL)
Werbebeschränkungen Verbot von Werbung 21-5 Uhr, keine prominenten Sponsoren Überwachung schwierig, viele Grauzonen (Social Media Influencer) Landesmedienanstalten, GGL
Bekämpfung illegaler Anbieter GGL erhält Sperr- und Sanktionsbefugnisse Rechtliche Klagen, internationale Anbieter schwer greifbar GGL (Zentrale Stelle Glücksspiel)

So sollen Ermittler am 23.

Initiative / Gremium Zielsetzung Beteiligte Akteure Aktueller Status
EU-Kommission: Evaluierung des Binnenmarkts Prüfung von Handelshemmnissen, Harmonisierungspotenzial GD Binnenmarkt, Mitgliedsstaaten, EGBA Laufende Konsultationen, kein Gesetzesvorschlag geplant
Europarat: Konvention gegen Wettmanipulation (Macolin) Internationale Zusammenarbeit gegen Spielabsprachen Sportverbände, Strafverfolgungsbehörden, Wettanbieter Von DE ratifiziert, Umsetzung in nationales Recht
Europäischer Gerichtshof (EuGH) Auslegung von EU-Recht (Niederlassungsfreiheit, Dienstleistungen) Nationale Gerichte (Vorlage), Mitgliedsstaaten, Unternehmen Mehrere Urteile gegen nationale Monopole (z.B. auf Lotterien)

März einen sprunghaften Anstieg bei Wetten auf Öl-Futures registriert haben, nur wenige Minuten bevor US-Präsident Donald Trump via Social Media einen Aufschub von Angriffen auf iranische Kraftwerke verkündete. Die Nachricht ließ die Ölpreise deutlich fallen, woraufhin das Weiße Haus Mitarbeiter explizit vor dem Missbrauch ihrer Positionen warnte. Die Ermittler stehen dabei vor einer juristischen Herausforderung: Die US-Gesetze zum Insiderhandel wurden für klassische Aktienmärkte konzipiert und greifen bei Wetten auf politische oder militärische Entscheidungen oft nicht eindeutig. Angesichts der zunehmenden Brisanz hat der US-Senat seinen Mitgliedern den Handel auf solchen Prognosemärkten im vergangenen Monat explizit untersagt. Die CFTC unter der aktuellen Trump-Administration unterstützt die Ausweitung dieser Wettbörsen grundsätzlich. Darüber hinaus agiert der Sohn des Präsidenten, Donald Trump Jr., als bezahlter Berater für Kalshi und ist Investor bei Polymarket. Auch in der jüngeren Vergangenheit gerieten die Plattformen immer wieder in den Fokus: Zuletzt kam es im April zur Verhaftung eines US-Soldaten, der geheimes Insiderwissen über einen geplanten Militäreinsatz zur Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro ausgenutzt haben soll.

Online-Anbieter Polymarket: Wetten auf Politik sind bei uns verboten

Die US-Finanzaufsicht CFTC und die New Yorker Bundesanwaltschaft haben weitreichende Ermittlungen gegen Online-Wettbörsen wegen mutmaßlichen Insiderhandels eingeleitet. Wie das Wall Street Journal (WSJ) berichtet, haben die Behörden umfassende Informationen von den Betreibern Kalshi und Polymarket angefordert. Im Zentrum stehen verdächtige Wetten, die mit politischen Ereignissen, Gesetzesvorhaben und militärischen Operationen zusammenhängen. Demnach nutzen Akteure offenbar vertrauliche Informationen aus US-Behörden, um von Kursschwankungen auf den Prognosemärkten zu profitieren. David Miller, Leiter der zuständigen CFTC-Abteilung, erklärte, dass die Behörde konkrete Anklagen vorbereite. Während die Popularität von Prognosemärkten zunimmt, bleibt der rechtliche Status in vielen Ländern restriktiv. Polymarket ist gegenwärtig in 33 Staaten nicht nutzbar, darunter auch Deutschland, wo der Dienst wegen strenger finanzrechtlicher Auflagen offiziell blockiert ist.

Spuren führen zu umstrittenem Wettanbieter

Und wer an einen Sieg von Elizabeth Warren glaubt, bekommt mehr als 1000 Euro heraus. Den Wettschein auf den nächsten Präsidenten können Hartgesottene bei einigen Anbietern sogar noch veredeln: Wer meint, dass Trump wegen einer politischen Verfolgung nach seiner Amtszeit ins Asyl flüchtet, der kann seinen Einsatz auf der Plattform „Bet-at-home“ noch einmal verzehnfachen. Die Wette auf den Wahlausgang ist keineswegs nur ein Glücksspiel für den spielfreudigen Wähler. Auch wohlhabende Anleger zocken mit der Demokratie. Der Vermögensverwalter Julius Bär hat jetzt zwei Zertifikate aufgesetzt, mit denen Investoren entweder auf den Sieg der Demokraten oder der Republikaner spekulieren können.

Keine Sportwettensteuer auf politische Wetten

Dafür haben die Schweizer ein Paket aus Unternehmensaktien geschnürt, das je nach Wahlausgang im Wert steigen oder fallen dürfte. Der sogenannte „US Presidential Election-Democrat Victory Basket“ enthält vor allem Konsumaktien wie Walmart, Coca Cola und McDonalds. So spekuliert Julius Bär, dass diese Konzerne von einem Triumph der Demokraten profitieren würden. Das republikanische Gegenstück setzt voll auf die Papiere der US-Techfirmen wie Amazon, Facebook und Alphabet. Auf einen Sieg von Donald Trump zu setzen, ist derzeit übrigens günstiger.

Iran-Kriegswetten – BILD zeigt die brisantesten Fälle

Das republikanische Aktienpaket ist seit Ausgabestart vor gut drei Wochen um fast ein Prozent gefallen, das Demokraten-Zertifikat hat sich bereits um rund 0,7 Prozent verteuert. Die Derivate will der Vermögensverwalter mit einem Gesamtvolumen von bis zu 40Millionen Dollar verkaufen. Wetten auf den nächsten Präsidenten oder das vorzeitige Ende einer Kanzlerschaft? „Das ist Zocken im Zwielicht des Halbseriösen“, sagt etwa Wolfgang Merkel, Direktor der Abteilung Demokratie und Demokratisierung am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB). Dass diese Wetten gar politische Partizipation fördern könnten, glaubt Merkel jedenfalls nicht. Washington – Während der Westen über Verhandlungen mit Kreml-Herrscher Wladimir Putin (72) diskutiert, lässt der die Ukraine einfach weiter bombardieren.

Was bringen Politikwetten? (und was nicht?)

Der Politikwissenschaftler sieht darin eher eine weitere Kommerzialisierung durch Onlinefirmen, die nun demokratische Entscheidungen in den Fokus rücken. „In der Politik geht es um die Krankenversicherung, gerechte Löhne und Renten oder Bundeswehreinsätze“, sagt Merkel. Hinzu kommt: Wo gewettet wird, da besteht auch die Möglichkeit der Manipulation. Die österreichischen Behörden ermitteln laut Medienberichten derzeit gegen zwei Wiener, die kurz vor Bekanntwerden des sogenannten Ibiza-Skandals mehr als 1000 Euro auf vorgezogene Neuwahlen gesetzt hatten. Im Mai ist die österreichische Regierung geplatzt, nachdem ein Video veröffentlicht wurde, in dem der damalige Vizekanzler Heinz- Christian Strache seine Bereitschaft zur Korruption gezeigt hatte.

Juristische Grauzone bei Prognosemärkten

Der Wettanbieter verdächtigte die beiden Männer offenbar des Insiderwissens und erstattete Anzeige. Eine Sonderkommission durchsuchte die Wohnungen der beiden – jedoch ohne Ergebnis. Im Vergleich zu den klassischen Sportwetten dürfte Wettbetrug in der Politik jedoch kaum zum Problem werden. Oft sind die Einsätze limitiert, erklären die Wettanbieter. Außerdem dürften politische Entscheidungen schwerwiegendere Konsequenzen haben als etwa ein verlorenes Fußballspiel.

Die Seriosität der Wetten ist zweifelhaft

In Dänemark bietet auch die staatliche Lotteriegesellschaft „Danske Spil“ selbst Wetten auf die Politik an – und verdient daran. Zwar haben die Dänen erst im Sommer gewählt, doch schon jetzt können Wähler ihr Geld auf den nächsten Regierungschef setzen. Und sogar Wetten auf den Wahltermin nimmt die Lotteriegesellschaft an. Den Wahltag legt nämlich der amtierende Ministerpräsident fest, und der kann das ohne langfristige Ankündigung tun. Diese Spannung könnte einer bet wettanbieter bonus bedingungen der Gründe sein, warum politische Wetten bei dänischen Spielern immer beliebter werden, schätzen Beobachter. In den USA wird aus dem brutalen Kampf eine Wette um Leben und Tod! Auf dem Online-Portal Polymarket laufen verschiedene Wetten.

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Im vergangenen Jahr brachen die Sportwettenanbieter einen Umsatzrekord. Kunden haben hierzulande rund 9,3 Milliarden Euro an Einsätzen getätigt, wie aus jüngst veröffentlichten Zahlen des Bundesfinanzministeriums hervorgeht. Das entspricht einem Anstieg von 21 Prozent gegenüber 2018 – und das in einem Jahr ohne internationales Fußballturnier, das üblicherweise als Umsatztreiber gilt. Politische Wetten würden jedoch nicht darunter fallen, erklärt das Bundesfinanzministerium auf Anfrage. Denn die Tipps auf Wahlen oder Politiker gehörten per Steuergesetz nicht zu den Sportwetten.

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Und deshalb gebe es auch keine konkreten Zahlen zum Markt. Eines könnte Zocker zunehmend an politischen Wetten reizen: Demokratische Entscheidungen scheinen immer unberechenbarer zu werden. Meinungsforscher liegen häufiger daneben, Außenseiter gewinnen überraschend Wahlen. Wer frühzeitig auf einen Brexit gesetzt hat, für den dürfte es sich richtig ausgezahlt haben. Noch einen Tag vor dem Referendum konnten Kunden ihren Einsatz bei manchen Anbietern verachtfachen.

Polymarket: Das Weiße Haus warnte Beamte

Und auch Wetten auf einen US-Präsidenten Donald Trump noch vor dessen Nominierung im Jahr 2016 hat manchem wohl ein kleines Vermögen eingebracht. In diesem Jahr geht der Amtsinhaber bei den Buchmachern als Favorit ins Rennen ums Weiße Haus. Wer zehn Euro auf Trump setzt, bekommt im Erfolgsfall gerade einmal zwischen 15 und 17 Euro ausgezahlt. Die Wette auf den aussichtsreichsten Kandidaten der Demokraten, Bernie Sanders, ist deutlich riskanter. Mit zehn Euro können Kunden auf einen Gewinn von bis zu 50 Euro hoffen. Wer will, kann auf einen Waffenstillstand zocken – und ob der noch dieses Jahr zustande kommt.

  • Kompetenzstreit zwischen Bundesländern und dem Bund
  • Rolle der Glücksspielaufsichtsbehörde (GGL) in der Umsetzung
  • Lobbyismus von Wettanbietern gegenüber Parlamentariern
  • Politische Positionen der Parteien zur Liberalisierung des Marktes
  • Internationale Abkommen zur Bekämpfung illegaler Anbieter
  • Datenschutz bei der Benutzerverifikation

Aktuell stehen die Chancen bei 26 Prozent. Am 18. März lag sie noch bei 75 Prozent. Grund: Putin und Trump einigten sich damals auf Gespräche. Zudem wird klargestellt, dass nur eine generelle Feuerpause zähle: „Waffenstillstände, die sich nur auf die Energieinfrastruktur, das Schwarze Meer oder Ähnliches beziehen, zählen nicht.“ Immerhin bei 28 Prozent stehen demnach aktuell die Chancen für ein Treffen zwischen Putin und Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj (47) noch im Jahr 2025. Aber auch hier wird festgelegt: Es reiche nicht, wenn sich beide bloß im selben Raum aufhielten und in die Augen schauten.